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Der Kölner Fuhrunternehmer Ferdinand Leonhard Braun kaufte in
den 1840er Jahren im Westen der Stadt Land, um auf dem lehmigen
Grund mit einer Ziegelei sein Glück zu machen. Er schaffte es
und prägte den Ort derart, dass der schon 1852 nach ihm "Braunsfeld"
benannt wurde. Eine reife Leistung: Wem wird schon solche Ehre zuteil,
Namenspate für eine Ortschaft zu sein noch dazu zu Lebzeiten?
Vereinfacht wurde dies allerdings durch den Umstand, dass Braunsfeld
damals noch nicht zu Köln gehörte und die dortigen Stadtväter, denen
sicher auch andere Namen in den Sinn gekommen wären, mit der Entscheidung
nichts zu tun hatten.
So blieb es Braun vorbehalten, aus dem Bauernland an der Aachener
Straße zwischen Melaten und Müngersdorf, das seit Hunderten Jahren
vom Maarhof im Norden und vom Morsdorfer Hof im Süden geprägt war,
einen Ort zu machen, der "fit" für das Zeitalter der Industrialisierung
war.
Das schnelle Wachstum seiner Ziegelei mitsamt den Behausungen
für die Arbeiterfamilien war der Beginn eines Aufschwungs, der 1889
durch die Eingemeindung nach Köln und den Fall der dortigen Stadtmauer
weiter an Dynamik gewann. Nun konnten reiche Kölner Bürger die drangvolle
Enge der (Innen-)Stadt mit einem Haus im Vorort aber auf
Kölner Grund tauschen.
Wie in den südlicheren Stadtteilen Kriel und Lind entstanden auf
früherem Ackerland zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz neue Viertel
eine Entwicklung, die bis in die späten 30er Jahre anhielt.
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