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Evangelische Clarenbach-Kirchengemeinde
Köln-Braunsfeld

Mit gebrauchten Kinostühlen musste man anfangs in der Kirche zufrieden sein. Erst viel später konnten die heute noch benutzten roten Stühle gekauft werden.

 

Die Clarenbachkirche

Erläuterungen für Schulkinder, aber auch Erwachsene

Sie wurde 1951 gebaut und beherbergt verschiedene Räume. Das „Kirchenschiff“ ist ein Kirchsaal. Unter ihm befindet sich die Kindertagesstätte der Gemeinde, und über dem Kirchsaal gibt es noch Wohnungen. Hier wohnen Mitarbeiter der Gemeinde. Die Clarenbachkirche ist zusammen mit dem Altenheim gebaut worden. So ist alles ein großes Gebäude.

Der Turm steht an der Aachener Straße. Er wurde 1963 hinzugefügt. In ihm hängen insgesamt acht Glocken. Jede Glocke hat eine Inschrift. Es sind die acht Seligpreisungen von Jesus (Matthäus 5, 3-10).

Vier Kennzeichen

Vier Merkmale machen den großen Saal erst zu einer Kirche. Im erhöhten Altarraum steht in der Mitte der Altar. Das schwere, rohe Kreuz dahinter erinnert an Kreuze, wie sie zur Zeit Jesu im Römischen Reich bei Hinrichtungen üblich waren.

Links vom Altarraum befindet sich die Taufnische. Ein Taufstein mit einer Taufschale sowie eine Taube sind dort zu erkennen. Die Taube ist ein Zeichen für den Heiligen Geist. Auch bei der Taufe von Jesus flog eine Taube vom Himmel herunter.

Rechts vom Altar steht die Kanzel. Von dort halten der Pfarrer oder die Pfarrerin ihre Predigt. Im Bronzemantel der Kanzel stehen in Kreuzform die Worte "Gott ist Liebe" (l. Johannes 4,16).

Als viertes schließlich gehört die Orgel zur Kirche. Wie in vielen anderen Kirchen auch ist sie dem Altar gegenüber, über dem Eingangsbereich angeordnet. Unsere Orgel wurde 1952 gebaut.

Märtyrer als Namenspatron

Ihren Namen erhielt die Clarenbachkirche zur Erinnerung an Adolf Clarenbach. Er wurde während der Reformation im Mittelalter wegen seines evangelischen Glaubens umgebracht. Das geschah auf Melaten, also ganz in der Nähe unserer Kirche. Deshalb gab man ihr diesen Namen.

Wenn Menschen andere Menschen umbringen, ist das schlimm. Besonders schlimm ist es sogar, wenn Menschen wegen ihres Glaubens umgebracht werden. Leider war das aber so und bedauerlicherweise gibt es das heute noch immer. Es sollte aber nicht sein. Gibt es das, trauern wir um solche Menschen. "Warum bringt man sie um?" müssen wir fragen. Doch können wir über sie nachdenken. Wir versuchen zu verstehen, warum sie so mutig und fest glaubten, ja sogar bereit waren, für ihren Glauben zu sterben. Wir nennen sie Glaubenszeugen. Mit einem Fremdwort heißen sie Märtyrer.

 

Nicht nur die Stühle wurden erneuert. Auch der Altarraum, Kanzel und Taufnische erlebten Veränderungen.

 

Erinnerung an fünf Glaubenszeugen

Fünf Glasbilder von Professor von Stockhausen in den Rundbogenfenstern an der linken Kirchenwand (= nördliche Längswand) erinnern an verschiedene Märtyrer. Sie lebten zu verschiedenen Zeiten. Doch alle starben, weil sie ihren Glauben nicht aufgeben wollten.

Das Bild von Adolf Clarenbach ist wegen seiner besonderen Bedeutung für unsere Kirche ins mittlere Fenster gesetzt. Er wurde vom Rat der Stadt Köln zum Tode verurteilt und am 28. September 1529 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auf dem Glasbild sehen wir Flammen um seine Beine lodern. Als Zeichen (Symbol) bekam er eine Taube zugeordnet. Diese soll ihm Hoffnung und Zuversicht geben.  
     
Das Fenster links daneben zeigt Peter von Fliesteden, der Schüler und Freund von Adolf Clarenbach war. Er wurde mit seinem Lehrer zusammen verbrannt. Als Zeichen (Symbol) erhielt er ein Lamm. Es soll ihn an Jesus erinnern, der manchmal als Lamm Gottes bezeichnet wird.  
     
Das erste Fenster links zeigt Stephanus. Er gilt als der erste Märtyrer der Christenheit. Damals wurde er wegen seines Glaubens gesteinigt. Auf dem Bild kniet er und faltet die Hände zum Gebet. Oben ist Jesus zu erkennen, der ihn tröstet.  
     
Das Bild rechts von der Mitte stellt Michael Servet dar. Dieser spanische Arzt wurde 1553 in Genf verbrannt, weil er angeblich einen falschen Glauben hatte. Auch hier sind Flammen um die Beine zu erkennen. Es ist das Zeichen unseres Glaubens.  
     
Das fünfte und letzte Fenster rechts erinnert an Paul Schneider. Er war Pfarrer in Dickenschied im Hunsrück. Mutig bekannte er dort seinen Glauben. Deswegen sperrte man ihn während des "Dritten Reiches" in ein Konzentrationslager in Buchenwald. Der Stacheldraht um die Beine weist darauf hin. Wiederholt wurde er an einem Fensterbalken aufgehängt und gequält. 1939 starb er an den Folgen. Oben ist ein keimendes Samenkorn zu erkennen. Es weist darauf hin, dass das Leben und das Sterben dieser Männer nicht umsonst geschah.  

 

Früchte des Glaubens

Ein Samenkorn wird in die Erde gelegt, um Frucht zu bringen. Nach einer gewissen Wachstumszeit kann man die Frucht sehen. Ähnlich ist es mit den fünf Märtyrern. Oft hat man erst, nachdem sie gestorben und in der Erde begraben waren, ihre Bedeutung wahrgenommen. Manchmal hat das allerdings viele Jahre oder gar Jahrhunderte gebraucht.

Die fünf Glasbilder erinnern uns an das Leben und Sterben mutiger Glaubenszeugen. Man könnte auch sagen, an die Früchte ihres Glaubens für die Kirche. Gelegentlich brauchen wir solche Menschen, damit sie uns als Vorbild dienen. Obwohl sie gestorben sind, bleiben sie lebendig, weil ihre Früchte weiterwirken. Jesus schließlich wurde auch an einem Kreuz umgebracht. Darum ist unser großes Kreuz genau in der Mitte des Altarraums angebracht. Es ist das Zeichen unseres Glaubens.

Uwe Zimmermann
Jubiläumsschrift der Clarenbachgemeinde, Köln 2000

 

Schöpfungswerke stehen im Mittelpunkt des seit Weihnachten 2002 in der Clarenbachkirche anzutreffenden Altarparaments.

Vier Elemente sind zu entdecken. Jedes der Elemente besetzt ein Viertel des nahezu quadratischen Altarbehangs. Links oben ist das Feuer mit roten Flammen abgebildet. Rechts oben sehen wir die Luft, den Wind in zartem Blau. Unten rechts, dem Feuer diagonal gegenübergestellt, entdecken wir das Wasser. Unten links schließlich ist die Erde, das Land zu sehen. Vorwiegend in der Farbe Grün gehalten, denkt man an das Wachsen von Büschen, Bäumen und Pflanzen. Dem Menschen ist alles anvertraut, er hat es zu bebauen und zu bewahren.

Alle vier Elemente sind zur Mitte hin ausgerichtet. Laufen sie nun auf diese Mitte zu, oder gehen sie von ihr weg? Jedenfalls findet sich dort ein nicht geschlossener Kreis, der auch als Sonne verstanden werden darf. Es ist Christus, der als Herr des Kosmos und der Schöpfung von der Künstlerin ins Zentrum gesetzt wurde. Von ihm werden die vier Elemente zu einer Einheit verschmolzen und geordnet. Dabei verleiht die Spirale dem Ganzen eine Dynamik. Sie verbindet die Erscheinungen der Kraft Gottes.

Pfarrer Uwe Zimmermann, Februar 2003

Altarparament in der Clarenbachkirche zu Köln-Braunsfeld
Entwurf: Gertrud Angelika Wetzel
Gefertigt von Peter und Elke Gassen in Zusammenarbeit mit Knotenpunkt-Werkstatt fürTextiles, Backnang